Kategorie: Rock Deinen Körper!

„Embrace“ Filmrezension, oder: Was sind eigentlich normale Brüste?

(© des DVD-Covers: Majestic)

Diese Woche ist sie bei mir eingetroffen: Meine „Embrace“-DVD! Nachdem ich den Film am 11. Mai im Kino gesehen hatte, war klar, dass ich ihn mir kaufen und all meinen Freundinnen und einigen Familienmitgliedern zeigen möchte. Mein erster „Embrace“-Mädelsabend wird kommenden Samstag stattfinden, ich freu mich schon auf das gemeinsame Ansehen und unsere Gespräche im Anschluss!

Eine Szene, die mir als ehemaliger BH-Beraterin besonders im Gedächtnis geblieben ist, ist Taryns Besuch beim Schönheitschirurgen. Sie lässt sich von ihm erläutern, was seiner Meinung nach an ihrem Körper operativ geändert werden könnte bzw.  müsste. Unter anderem fasst er ihre Brust von unten an, hebt sie hoch und zieht dann noch an der Haut, um die Brustwarze nach oben zu ziehen, so dass sie mittig auf der Brust platziert wäre. Seine Worte dazu „So sollte eine normale Brust aussehen“. Obwohl Taryn die Szene mit Würde und Humor füllt, ist mir das Lachen echt im Hals stecken geblieben! Während meiner BH-Beratungen wurde ich zuweilen von jungen Frauen gefragt, ob ihre Brüste meiner Erfahrung nach normal seien, und mir ist jedes Mal das Herz gebrochen. Um es kurz zu machen: Es gibt keine normale Standardbrust, an der sich alle anderen Brüste auszurichten haben! Jede (natürliche) Brust ist einzigartig. Und die Aussage des Schönheitschirurgen? Nichts als ein übler Verkaufstrick, um Frauen zu verunsichern und unters Messer zu locken.

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Wenn ich nicht hier bin…

… findet ihr mich bei Aquamondo, Curvect oder sogar im Radio! 🙂

Vielleicht habt ihr euch gewundert, dass es seit Mitte Mai nichts mehr von mir zu lesen gab? Das hat drei gute Gründe:

  1. Ich schreibe jetzt auch als Gastautorin für Aquamondo und Curvect, wo letzte Woche meine ersten Beiträge online gingen, die ich euch direkt verlinkt habe. Aquamondo ist ein deutschsprachiges, körperpositives Onlinemagazin rund um Aquafitness, wo ich vornehmlich über Bademode und Körperakzeptanz schreiben werde. Curvect ist ein Blogazine aus Österreich, das das Thema Plus Size in Kunst, Kultur, Literatur, Mode und Gesellschaft beleuchtet. Dort werde ich mich vor allem Lingerie und Bademode in großen Größen widmen.
  2. Außerdem war ich im rbb Inforadio und konnte dort meine Meinung zur fehlenden Figurenvielfalt in der aktuell omnipräsenten Bikiniwerbung unter die Massen bringen. Dummerweise musste ich eben feststellen, dass der Beitrag nicht mehr online ist, so ein Mist, ich dachte, der wäre jetzt ewig im Netz!
  3. Letzte Woche habe ich noch ein 4-Tages-Seminar mit der Methode The Work verbracht. Für mich gibt’s nichts Besseres, wenn stressige Gedanken mir das Leben erschweren und ich fühle mich erfrischt, klarer und bereit für neue Taten!

Eine meiner ersten Taten wird sein, euch den Dokumentarfilm „Embrace“ vorzustellen, den ich am 11. Mai im Kino gesehen habe. Dabei gehe ich der Frage nach, was eigentlich normale Brüste sind, ein Thema, das im Film kurz angeschnitten wurde.

Jetzt wünsche ich euch aber erstmal schöne Pfingsten und sage bis bald, ihr Lieben!

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Playful Promises: Ageless Fashion – Lingerie ist alterslos!

(© Playful Promises)

Während meiner Zeit bei Doppel D ist mir eine der Stammkundinnen ganz besonders ans Herz gewachsen: Sie war um die 70 und kam regelmäßig, um sich einen neuen Body zu kaufen. Nichts Ungewöhnliches, mögt ihr jetzt vielleicht denken! Aber wir sprechen hier nicht über die klassischen hautfarbenen und bügellosen Modelle, in denen unsere Gesellschaft ältere Frauen in der Regel sieht (weil frau mit 60+ natürlich automatisch zum sexuellen Neutrum mutiert…). Sondern von farbenfrohen Bügel-Bodys mit reichlich Spitze! Diese sehr elegante Dame trug nichts Anderes. Als besonderen Clou kombinierte sie zu jedem Body farblich passende, halterlose Strümpfe! Ich war jedes Mal von neuem gespannt, wenn sie in der Kabine ihr Darunter präsentierte und wir gemeinsam ein neues umwerfendes Modell für sie aussuchten ♥

Ich fand und finde es nach wie vor unheimlich inspirierend, dass sie sich ihre Freude an schöner Lingerie und das Spiel mit ihrer Verführungskraft bis ins hohe Alter erhalten hat! Ähnlich inspirierend finde ich die neue Fotostrecke „Ageless Fashion“, die Playful Promises kürzlich veröffentlicht haben. Ich habe einige Bilder zur Verfügung gestellt bekommen, die ich heute unbedingt mit euch teilen möchte!

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Jasmine Stacey Collection: Lingerie für Stomaträger_innen

(© Dan K Photography)

Als Kind lag ich einmal drei Monate im Krankenhaus. Mit mir im Zimmer lagen fünf andere Kinder und Jugendliche, die immer mal wieder wechselten. Ein 16-jähriges Mädchen ist mir jedoch dauerhaft im Gedächtnis geblieben: Als sie erfuhr, dass sie für den Rest ihres Lebens einen künstlichen Darmausgang (Stoma) bekommen würde, weinte sie stundenlang. Ich wusste damals nicht, was das eigentlich genau bedeutet, doch heute bin ich schlauer.

Nach einer Hochrechnung der Barmer-GEK aus dem Jahr 2013 leben in Deutschland ungefähr 160.000 Stomaträger_innen (Quelle). Wäschemarken, die sich darum kümmern, diesen Menschen nicht nur Wäsche anzubieten, die Sanitätshaus-Charme versprüht, sind mir exakt zwei bekannt (kennt ihr noch andere, bitte ab damit in die Kommentare!). Eine der beiden ist Jasmine Stacey Collection aus Großbritannien. Die Geschichte dieser kleinen Marken sowie die aktuelle Kollektion möchte ich euch heute vorstellen!

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Der deutsche Plus Size Markt aus meiner Sicht

(© navabi)

„Er schaute schräg an mir vorbei und lächelte, wie ich es noch nie bei ihm gesehen hatte. Als wären seine Augen ein Bildschirm, bei dem jemand die stärkste Helligkeitsstufe eingestellt hatte. Ich folgte seinem Blick. Eine Frau, deren Anblick mich überwältigte, betrat den Raum. Hatte ich schon eine XXL-Figur, wies sie sicher noch ein bis zwei X mehr auf. Doch sie kaschierte ihre Rundungen nicht mit einem wallenden Zelt von einer Tunika, sondern trug sie zur Schau, so stolz, wie ich es noch nie bei einer dicken Frau gesehen hatte.“

(Auszug aus dem Roman Venus in Echt – unbedingt lesen!)

Ich hatte euch ja gestern berichtet, dass meine Kleidergröße sich in den letzten Jahren von 36/38 zu 42/44 geändert hat. Ich habe mich darum komplett neu eingekleidet, nur die Schuhe sind noch dieselben. Es ist nicht unmöglich geworden, etwas zu finden, dass mir gefällt, gut sitzt UND in meiner neuen Größe erhältlich ist. Aber es IST aufwändiger als mit Größe 36/38. Dabei befinde ich mich noch relativ am Anfang des Plus Size Bereichs – für Größe 52 oder 62 ist die Angebotssituation noch schwieriger.

Dem Angebot nach müsste sich mein Geschmack mit der Zahl auf der Waage geändert haben. Hat er aber nicht (Überraschung!)! Im Gegenteil: Ich bin mittlerweile noch anspruchsvoller als in meinen schlanken 20ern, vor allem was Material, Verarbeitung und Produktionsbedingungen angeht. Ich habe mich darum sehr mit der Frage beschäftigt, warum das Angebot auf dem deutschen Plus Size Markt so ist, wie es ist. Wie es sich ändern ließe. Und was mir daran gefällt.

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