Kategorie: Rock Deinen Körper

Playful Promises: Ageless Fashion – Lingerie ist alterslos!

(© Playful Promises)

Während meiner Zeit bei Doppel D ist mir eine der Stammkundinnen ganz besonders ans Herz gewachsen: Sie war um die 70 und kam regelmäßig, um sich einen neuen Body zu kaufen. Nichts Ungewöhnliches, mögt ihr jetzt vielleicht denken! Aber wir sprechen hier nicht über die klassischen hautfarbenen und bügellosen Modelle, in denen unsere Gesellschaft ältere Frauen in der Regel sieht (weil frau mit 60+ natürlich automatisch zum sexuellen Neutrum mutiert…). Sondern von farbenfrohen Bügel-Bodys mit reichlich Spitze! Diese sehr elegante Dame trug nichts Anderes. Als besonderen Clou kombinierte sie zu jedem Body farblich passende, halterlose Strümpfe! Ich war jedes Mal von neuem gespannt, wenn sie in der Kabine ihr Darunter präsentierte und wir gemeinsam ein neues umwerfendes Modell für sie aussuchten ♥

Ich fand und finde es nach wie vor unheimlich inspirierend, dass sie sich ihre Freude an schöner Lingerie und das Spiel mit ihrer Verführungskraft bis ins hohe Alter erhalten hat! Ähnlich inspirierend finde ich die neue Fotostrecke „Ageless Fashion“, die Playful Promises kürzlich veröffentlicht haben. Ich habe einige Bilder zur Verfügung gestellt bekommen, die ich heute unbedingt mit euch teilen möchte!

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Jasmine Stacey Collection: Lingerie für Stomaträger_innen

(© Dan K Photography)

Als Kind lag ich einmal drei Monate im Krankenhaus. Mit mir im Zimmer lagen fünf andere Kinder und Jugendliche, die immer mal wieder wechselten. Ein 16-jähriges Mädchen ist mir jedoch dauerhaft im Gedächtnis geblieben: Als sie erfuhr, dass sie für den Rest ihres Lebens einen künstlichen Darmausgang (Stoma) bekommen würde, weinte sie stundenlang. Ich wusste damals nicht, was das eigentlich genau bedeutet, doch heute bin ich schlauer.

Nach einer Hochrechnung der Barmer-GEK aus dem Jahr 2013 leben in Deutschland ungefähr 160.000 Stomaträger_innen (Quelle). Wäschemarken, die sich darum kümmern, diesen Menschen nicht nur Wäsche anzubieten, die Sanitätshaus-Charme versprüht, sind mir exakt zwei bekannt (kennt ihr noch andere, bitte ab damit in die Kommentare!). Eine der beiden ist Jasmine Stacey Collection aus Großbritannien. Die Geschichte dieser kleinen Marken sowie die aktuelle Kollektion möchte ich euch heute vorstellen!

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Der deutsche Plus Size Markt aus meiner Sicht

(© navabi)

„Er schaute schräg an mir vorbei und lächelte, wie ich es noch nie bei ihm gesehen hatte. Als wären seine Augen ein Bildschirm, bei dem jemand die stärkste Helligkeitsstufe eingestellt hatte. Ich folgte seinem Blick. Eine Frau, deren Anblick mich überwältigte, betrat den Raum. Hatte ich schon eine XXL-Figur, wies sie sicher noch ein bis zwei X mehr auf. Doch sie kaschierte ihre Rundungen nicht mit einem wallenden Zelt von einer Tunika, sondern trug sie zur Schau, so stolz, wie ich es noch nie bei einer dicken Frau gesehen hatte.“

(Auszug aus dem Roman Venus in Echt – unbedingt lesen!)

Ich hatte euch ja gestern berichtet, dass meine Kleidergröße sich in den letzten Jahren von 36/38 zu 42/44 geändert hat. Ich habe mich darum komplett neu eingekleidet, nur die Schuhe sind noch dieselben. Es ist nicht unmöglich geworden, etwas zu finden, dass mir gefällt, gut sitzt UND in meiner neuen Größe erhältlich ist. Aber es IST aufwändiger als mit Größe 36/38. Dabei befinde ich mich noch relativ am Anfang des Plus Size Bereichs – für Größe 52 oder 62 ist die Angebotssituation noch schwieriger.

Dem Angebot nach müsste sich mein Geschmack mit der Zahl auf der Waage geändert haben. Hat er aber nicht (Überraschung!)! Im Gegenteil: Ich bin mittlerweile noch anspruchsvoller als in meinen schlanken 20ern, vor allem was Material, Verarbeitung und Produktionsbedingungen angeht. Ich habe mich darum sehr mit der Frage beschäftigt, warum das Angebot auf dem deutschen Plus Size Markt so ist, wie es ist. Wie es sich ändern ließe. Und was mir daran gefällt.

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Die „Hipstar“: Plus Size von altbacken bis wow!

(© Everyday Boudoir)

Nach knapp viereinhalb Jahren in Berlin habe ich es endlich auf die Fashion Week geschafft! Da man Wäschemarken auf der Fashion Week nur in sehr geringer Anzahl findet, reizte mich ein Besuch bisher auch nicht besonders. Vergangenen Mittwoch besuchte ich dennoch mit Mary von Body Mary und Bobby von Curvect die „Hipstar“-Fläche auf der Panorama, einem Ausstellerbereich für Plus Size Marken. In den vergangenen Jahren hat sich meine Kleidergröße von 36/38 zu 42/44* geändert und ich wollte doch mal sehen, was diese Marken mir nächstes Frühjahr zu bieten haben. Um es kurz zu machen: Es war ernüchternd! Heute zeige ich euch, welche Marken für mich aus dem altbackenen, beige- und pastellfarbenen Einerlei wie Leuchtsterne herausstachen. Morgen schildere ich euch meine sowohl anerkennenden als auch verwunderten bis kritischen Gedanken zum Plus Size Markt allgemein.

*In der Modewelt wird zwischen „normalen“ Größen, Zwischengrößen (den sog. Inbetweenies, zu denen ich größentechnisch aktuell gehöre) und Über- bzw. Anschlussgrößen unterschieden. Ich mag keine dieser Bezeichnungen. „Normal ist der Durchschnitt aller Abweichungen“ heißt es schließlich so passend. Letzten Endes ist also niemand normal, sondern sein eigenes einzigartiges Universum. Und das ist auch gut so!

Wo ich grad bei Sprache bin: Umschreibungen wie „Vollweiber“ oder „starke Frauen“ finde ich ebenfalls schwierig – sind schlanke Frauen nur noch halbe, schwache Weiber? Es gibt in manchen Ecken der Plus Size Welt die Tendenz, schlanke und dünne Frauen abzuwerten (genau wie umgekehrt). Sprüche wie „Echte Frauen haben Kurven“ oder „Nur Hunde spielen mit Knochen“ sind da zu hören. Davon grenze ich mich in aller Deutlichkeit ab! Selbstbewusstsein, Selbstliebe und Selbstrespekt entstehen nicht, indem wir andere runtermachen. Lasst uns unabhängig von Figur und Gewicht lieber füreinander einstehen statt gegeneinander zu kämpfen!

Besuch Panorama-Hipstar 29. Juni 2016 - Everyday Boudoir 2

Auf dem Triangle-Stand entdeckt (© Everyday Boudoir)

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Interview: Claudia vom Cantienica®-Studio Berlin-Mitte

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(© Claudia Brignola)

Heute gibt’s mal was ganz anderes auf Everyday Boudoir! Ich stelle euch die Cantienica®-Methode vor, von der ich euch stundenlang vorschwärmen könnte 🙂 Diese Methode ist eine sanfte, aber sehr effektive Methode, um euren Körper von Kopf bis Fuß aufzurichten und zu stärken. Und vor allem könnt ihr mit ihr den Beckenboden trainieren – und zwar alle drei seiner gloriosen Schichten, nicht nur den Schließmuskel (Stichwort ‚Wasser anhalten‘), der so oft als Beckenboden dargestellt wird! Das Thema Beckenboden liegt mir sehr am Herzen, weil ihr eurem Körper und euch selbst damit soviel Gutes tun könnt – fast wäre ich sogar selbst Beckenboden-Trainerin geworden, aber dann kam es anders und ich habe eine meiner anderen Leidenschaften ausgelebt und Psychologie studiert.

Gegründet wurde die Methode von der Schweizerin Benita Cantieni, deren erstes Buch „New Callanetics“ ich mit 16 in die Hände bekam. Daraus entwickelte sie die Cantienica-Methode und ich bin ihr seitdem – wenn auch mit Pausen – treu geblieben. Für meinen beruflichen Blog habe ich vor kurzem ein Interview mit Claudia Brignola geführt, der sympathischen Inhaberin des Cantienica®-Studios in Berlin-Mitte. Mit ihrer Zustimmung kann ich euch unser Interview auch hier auf meinem Hobbyblog präsentieren und sage „Bühne frei für Claudia und die Cantienica®-Methode“!

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