Schöne Unterwäsche nur für Frauen? Von wegen!

Bei der Frage, warum einige Männer schöne Unterwäsche tragen wollen, frage ich mich „Ja, warum eigentlich nicht?“. Und ich rede hier nicht von einem neuen paar H&M Boxershorts, sondern von Spitzenunterwäsche, Strumpfgürteln und Seidenhemdchen. Zwar ist der Anblick eines Mannes in femininer Unterwäsche alles andere als ein gängiges Bild in den Medien und der dadurch ungewohnte Anblick kann bei Irritation bis hin zu Unbehagen oder starker Ablehnung auslösen. Doch ein kleiner Rückblick in die Menschheitsgeschichte zeigt, dass auch Männer das Bedürfnis haben können, sich zu schmücken und herauszuputzen – und dass es Zeiten gab, in denen dies nicht verpönt war, sondern sogar zur Mode und zum guten Ton gehörte (damit meine ich jetzt nicht nur die 70er, sondern beispielsweise auch die Antike oder die Zeit Ludwig des XIV.).

Rocky Horror Picture Show

Szene aus der „Rocky Horror Picture Show“ von 1975 – live habe ich dieses köstliche Spektakel bereits 3x gesehen (© 20th Century Fox)

Warum ich Männer in femininer Unterwäsche nicht seltsam finde

Eine kleine Anekdote aus meinem dritten Grundschuljahr: Nachmittags verbrachte ich meine Zeit im Kinderhort, wo eines Tages eine lange, funkelnde Strasskette auftauchte. Niemand wusste, wem sie gehörte und so beschloss unsere Erzieherin, sie zu verschenken. Vier Kinder standen um sie herum, zwei Jungen und zwei Mädchen, und als sie fragte, wer die Kette haben wolle, gingen ruckzuck alle Kinderhände hoch, auch die der Jungs!

Meine persönliche Theorie ist seitdem, dass  allen Geschlechtern der Wunsch innewohnen kann, sich zu schmücken. Oder in anderen Worten: Dass dieser Wunsch mehr von der jeweiligen Persönlichkeit und Veranlagung abhängig ist als vom Geschlecht, allerdings durch die Erziehung tabuisiert und verbannt werden kann. So gibt es Frauen, die nur ganz schlichte Unterwäsche tragen möchten, bloß kein Schleifchen, keine Spitze und keine Verzierung dran. Und Männer, deren größter Traum es ist umhüllt von riesigen Straußenfedern im pinken Höschen mit Kylie Minogue über die Bühne zu tanzen (so, jetzt wisst ihr’s, hier schreibt ein knallharter Kylie-Fan). Und alles mögliche dazwischen.

Für die Männer, die sich gern mehr aufrüschen möchten als die Unterhosen von Calvin Klein es zulassen, habe ich zwei Marken-Portraits in Arbeit, die ich euch in den nächsten Tagen gern näher vorstellen möchte: HommeMystere und Mensline. Denn wie heißt es so schön in der Rocky Horror Show: „Don’t dream it – Be it!„. Mit der Rocky Horror Show wurde ich übrigens auch in der dritten Klasse das erste Mal konfrontiert. Sicherlich hat das meine Entwicklung und Ansichten mitgeprägt – und ich bin froh darüber!

Falls ihr euch abschließend noch fragt, in wessen Hand die Strasskette am Ende ging? Erst kürzlich habe ich sie als Deko an einem meiner Kerzenständer gesehen 😉

Die Straßkette

(© Everyday Boudoir)

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Anja

Hi, ich bin Anja, Psychologin, Bloggerin und Gründerin von Everyday Boudoir. Auf Everyday Boudoir schreibe ich seit 2014 über schöne Lingerie, gut sitzende BHs und feminine Kleider für möglichst alle Größen.

Auf www.anja-wermann.de findest du außerdem Artikel zu Beziehungen, Sexualität und Körperakzeptanz. Schau doch mal rein!